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Minimodule - Modellbahn für Zwischendurch

Nachdem ich im 1zu160-Forum einen Beitrag über kleine zusammensteckbare Module gesehen hatte, stand für mich fest: Brauchste auch!  Vor allem für die Stammtische ist das eine schöne Idee, damit man nicht immer nur auf nackten Gleisen über den Tisch fährt, sondern auch mal etwas Landschaft dabei hat. Also habe ich mich an die Planung gemacht.

Die Bahn soll möglichst transportabel sein, damit ich sie zu den verschiedenen Stammtischen mitnehmen kann. Außerdem benötige ich Kehrschleifen, damit die Züge auch mal ohne Eingriff im Kreis fahren können. Da die Breite der Module begrenzt ist, soll es eine eingleisige Strecke sein. Zur mechanischen und elektrischen Verbindung nutze ich Einschraubbuchsen und -stifte mit 4 mm Durchmesser (wie Bananenstecker).

Mit diesen Vorgaben machte ich mich auf die Suche. Die Kästen von Casani gibt es in drei Stärken, 3, 6 und 9 cm. 3 cm ist für die Weichenantriebe (Servos) zu flach, 9 cm erschien mir zu hoch, also wählte ich 6 cm. Die Streckenmodule sind 40 x 20 cm groß, also schön handlich.

Die Kehrschleifen habe ich aus mehreren Kästen zusammengebaut und fest verschraubt. Ursprünglich wollte ich sie so bauen, dass ich sie mit dazwischen gesteckten weiteren Modulen verlängern kann, die vorhandene Länge genügt jedoch für die kleine Bahn vollauf, so dass ich auf diese Möglichkeit verzichtet habe. Zur Steuerung der Kehrschleife dient eine von einem Freund entworfene Schaltung, diese erfasst die Züge mit Lichtschranken und steuert den Servodecoder an, außerdem kümmert sie sich um die Umschaltung der Polarität. Für die beiden Weichen des Ausweichgleises übernimmt sie auch die Polarisierung.

Mittlerweile habe ich die Streckenmodule und beide Kehrschleifen im Rohbau fertig und beginne langsam mit der Landschaftsgestaltung. Ihren ersten Stammtischeinsatz haben die Module auch schon hinter sich gebracht. Geplant ist noch ein Bahnhof mit einem Abzweig, vielleicht für ein Industriegleis.

Ein paar Fotos gibt es auch schon :)

Material:

Minimodule anderer N-Bahner

Inzwischen sind noch andere auf den Geschmack mit den Minimodulen gekommen. Hier ein paar Links zu deren Projekten:


Baufortschritt 10.06.2016

Inzwischen habe ich bei einem Modul mit der Begrünung angefangen, außerdem habe ich am Bahnhof weiter gearbeitet. Die Gleise sind fast vollständig verlegt, es fehlt noch Verkabelung und Weichenantriebe.


Baufortschritt 14.06.2016

Die Weichenantriebe für den Bahnhof sind installiert. Zum Einsatz kommen wieder die günstigsten Servos von Conrad sowie der Servo-Decoder von Digikeijs. Für die Befestigung der Servos habe ich mir diesmal aus kleinen Stücken Alu-U-Profil Halterungen gebaut statt die Servos einfach mit Heißleim anzukleben, wie bei den Kehrschleifen. Das Ergebnis überzeugt, ich werde wohl die anderen Module nochmal umbauen. Leider fehlen mir noch ein paar Relais, so dass ich diese Baustelle erst in ein paar Tagen fertigstellen kann.


Baufortschritt 30.01.2017

In den letzten Monaten habe ich wieder etwas an den Modulen basteln können. Ein weiteres Bahnhofsmodul ist entstanden, da sich die Länge als nicht ausreichend erwiesen hat. Damit sind die Bahnhofsmodule nun zusammen 2,50 m lang :)

Außerdem habe ich die Lichtschranken für die Kehrschleifen jetzt fest verbaut. Beim losen Einstecken in kleine Buchsen hatte ich immer wieder das Problem, dass sie sich leicht bewegten und dann nicht mehr zuverlässig auslösten. Außerdem ist der feste Einbau nun robuster. Um das Wegtarnen mache ich mir später Gedanken...

Die wichtigste Neuerung betrifft die Verbindung zwischen den Modulen. Beim bisherigen Aufbau hatte ich praktisch keinen Spielraum zum Justieren, was in recht großen Absätzen zwischen den Modulen resultierte. Leider ist es extrem schwer die fertigen Kästen so genau zu bearbeiten, dass sich das vermeiden lässt. Nach diversen Überlegungen habe ich nun einen guten Weg gefunden. Die Löcher werden auf 8 mm aufgebohrt und rundherum mit einem 22 mm-Forstnerbohrer ca. 5 - 6 mm tief eingesenkt. Die Stecker und Buchsen bekommen auf beiden Seiten eine Karosserie-Scheibe (Innendurchmesser 6,4 mm für die Buchsen und 4,3 mm für die Stifte). Auf diese Weise rutschen sie nicht durch und können zum Justieren verschoben werden. Kleine Abweichungen beim Bohren wirken sich dadurch nicht mehr negativ auf die Gleislage aus.

Im Zuge dieser Erneuerung habe ich auch die zweite Idee umgesetzt, die mir schon lange im Kopf herumspukte. Bisher habe ich die Weichen, Weichendecoder und Kehrschleifenmodule aus dem Digitalstrom gespeist. Beim Einschalten kommt da kurzzeitig locker ein Strom von über 3 A zustande, den die Zentrale als Kurzschluss interpretiert und sofort abschaltet. Die einzige Lösung war, die Abschaltschwelle auf 4 A anzuheben. Im Betrieb betrug der Strom nur wenige 100 mA, so dass die hohe Schwelle dann nicht mehr nötig war. Im Kurzschlussfall war das nicht mehr ganz ungefährlich für die Fahrzeuge. Darum habe ich nun zwei weitere Pole hinzugefügt und kann damit 15 V DC zur Versorgung der Decoder und Weichen durch die Module schleifen. So ist das Problem perfekt gelöst.

Die elektrische Verbindung ist symmetrisch gehalten, damit die Module auch bei gedrehtem Einbau funktionieren. Die äußeren Anschlüssen führen das DCC-Signal, innen liegen die 15 V DC an.


Baufortschritt 03.02.2017

In den letzten Tagen habe ich mit Hochdruck an einem kleinen Brückenmodul gearbeitet, dass ich unbedingt vor den Mittenwalder Modellbahntagen noch befahrbar haben wollte. Es ist zwar noch lange nicht fertig, aber immerhin hab ich mein Ziel erreicht und kann es mit verwenden. Um das niedrigere Geländeprofil zu erreichen habe ich zwischen zwei 6 cm hohe Kästen mit 20 x 15 cm einen nur 3 cm hohen Kasten mit 20 x 40 cm geschraubt.

Für die Brücke habe ich mein (schon länger aufgegebenes und etwas beschädigtes) Modul Döbschütz 1 ausgeschlachtet und den damals mühevoll zusammengelöteten Brückenträger requiriert. Die Brückenköpfe habe ich allerdings neu gemacht, die alten hatte ich aus Gips angefertigt und dann eingeklebt. Ohne Schaden dürften die nicht zu bergen sein.

Der Träger wurde farblich ausgebessert, da an einigen Stellen die Farbe ab war. Da ich natürlich nicht mehr die gleiche Farbe habe, ergibt das schon einen leicht gealterten Eindruck mit verschiedenen Farbflicken. Dazu habe ich noch mit einem "Dreckgemisch" die Stahlträger schmutzig gefärbt und mit rostfarbenem Pigmentpuder einige Stellen korrodiert.

Die Brückenköpfe bestehen aus Sperrholz und wurden mit grauer Abtönfarbe eingefärbt. Danach habe ich mit der Schmutzfarbe und diversen anderen Farbtönen Alterungsspuren aufgebracht. Das geht sehr gut mit ein wenig Farbe in Feuerzeugbenzin, tupft man einen kleinen Tropfen auf verläuft die Brühe sofort nach unten und gibt die typischen Schmutzränder. Mit einem trockenen Pinsel kann man die noch etwas weiterziehen und abschwächen.

Der erste Versuch gefiel mir schon recht gut, war aber etwas übertrieben und zu dunkel. Trocken aufgetragenes weißes Pigmentpuder hat eine glaubhaftere Betonfarbe hervorgebracht und die zu starken Alterungsspuren überdeckt. Sie scheinen trotzdem noch durch, was m.M.n. recht überzeugend wirkt. Zum Abschluss habe ich nochmal etwas von der Dreckbrühe aufgetragen, so werde ich die Teile jetzt wohl lassen.


Baufortschritt 06.10.2017

In der Zwischenzeit ist wieder einiges passiert. Beim Brückenmodul habe ich mit der Begrasung begonnen. Mit der umgebauten Fliegenklatsche kam kein vernünftiges Ergebnis zustande, darum habe ich mal in einen RTS-Greenkeeper investiert. Die kleinste Version mit 25 kV reicht für Spur N locker aus. Ein himmelweiter Unterschied, mit dem Ding bekommt man wirklich überzeugende Ergebnisse hin.

Eine schöne wilde Wiese hinzukriegen ist gar nicht mal so schwer. Die Module werden zuerst mit der üblichen Suppe aus Weißleim, Wasser und Spüli eingestrichen und mit Erde bestreut. Wenn das getrocknet ist, wird der Untergrund unregelmäßig mit Leim eingestrichen und mit feinen Schaumstoffflocken bestreut. Ich verwende dazu PUREX fein von Polak in verschiedenen Farben. Es muss nicht die ganze Fläche bedeckt werden, hier und da einige Flecken reichen völlig aus. Auf diese Weise erhält man einen schönen krautigen / moosigen Untergrund für die spätere Wiese. Auch hier sollte man den Kleber erstmal trocknen lassen.

Jetzt kommen die Grasfasern zum Einsatz. Ich habe hier FLOCKDEKOR von Polak verwendet, für Spur N passen hier fein (1 mm), mittel (2 mm) und lang (4,5 mm). Die kurzen Fasern können wieder etwas flächiger eingesetzt werden, diese Stellen ergeben dann einen sehr dichten Grasbewuchs. Wichtig ist, dass man keine durchgehenden Flächen erzeugt, das wirkt sonst eher wie Rasen. Außerdem kann man mit verschiedenen Farben experimentieren. Auf vielen Wiesen ist es so, dass die niedrigen Pflanzen saftig grün sind, während die langen, die oben herausschauen, schon gelb und trocken sind. Diesen Effekt kann man sehr schön nachahmen, indem man die Farben der Fasern kombiniert. Für die kurzen Fasern verwende ich hauptsächlich Grüntöne, aber fleckenweise kommen auch gelbliche und rötliche Fasern zum Einsatz. Nach der ersten Schicht kurzer Fasern kommen die mittleren mit 2 mm zum Einsatz. Diese werden nicht mehr flächig aufgebracht, ich verteile hier nur Leimtropfen auf der Fläche. Auf diese Weise stehen die Grasfasern büschelweise, was sehr natürlich wirkt. Das wird in mehreren Durchgängen mit verschiedenen Farben wiederholt. Zum Schluss können, wenn gewünscht, noch einige längere Fasern eingeschossen werden. Auch hier sollte man nur einzelne Tropfen verteilen und Büschel herstellen.

Eine weitere Sache habe ich umgesetzt, die mir schon lange im Kopf herumschwirrte: Füße für die Module. Speziell für die Stammtische ist das sinnvoll, weil wir hier auf dem Tisch auch Kato- bzw. Tomixgleise liegen haben, meine Module stehen darüber. Bisher habe ich einfach Holzklötze unter die Module gelegt, aber das war eine relativ wacklige Angelegenheit. Die Füße haben oben zwei Nuten überkreuz, so dass ich sie an die Module stecken kann. Positiver Nebeneffekt: die Verbindungen können nicht mehr weit auseinander rutschen, die Füße halten sie zusammen. Evtl. werde ich noch eine Höhenverstellung einbauen, damit Unebenheiten ausgeglichen werden können...