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Grundlegende Einstellungen

Die meisten Decoder bieten dem Anwender eine Fülle von Einstellungsmöglichkeiten. Dem Anwender genügt aber in der Regel eine Handvoll CVs, alles andere ist mehr für's „Finetuning“. Darum beschränken wir uns in diesem Abschnitt auf die wichtigsten Einstellungen.

Adresse

Wie ihr wisst, benötigt jede Lok ihre eigene Adresse, damit sie einzeln angesprochen werden kann. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Die kurze und die lange Adresse. Viele Zentralen bieten zum Einstellen der Adresse eine eigene Funktion an, so dass man die CVs nicht unbedingt kennen muss. Aber natürlich schadet es nicht ;)

Kurze Adresse

Die kurze Adresse wird über CV 1 eingestellt. Wichtig ist, dass hier nur Adressen bis 127, bei einigen Zentralen und Decodern sogar nur bis 99, eingestellt werden dürfen. Die Adresse in CV 1 wird nur verwendet, wenn in CV 29 Bit 5 ausgeschaltet ist.

Lange Adresse

Die lange Adresse umfasst einen Bereich von rund 10.000 Adressen. Um dies zu erreichen, mussten gleich zwei CVs verwendet werden: CV 17 und CV 18. Berechnet wird die CV dann nach folgendem Schema:

CV 17 = Adresse / 256 (nur die Stellen vor dem Komma) + 192
CV 18 = Adresse - ((CV 17 - 192) * 256)

Ich weiß, das sieht kompliziert aus. Um euch das Leben zu erleichtern, biete ich euch unter „kleine Helferlein“ einen Umrechner an, der diese Arbeit für euch erledigt.

Damit ein Decoder auf die lange Adresse hört, muss in CV 29 noch das Bit 5 eingeschaltet werden.

Die Unterscheidung zwischen langer und kurzer Adresse ist übrigens historisch begründet. Ursprünglich gab es im DCC-System lediglich 127 Adressen, später wurde das Digitalsystem aber erweitert und die neuen CVs 17 und 18 wurden eingeführt. Um zu älteren Zentralen und Decodern kompatibel zu bleiben, entschloss man sich, die kurzen Adressen trotzdem beizubehalten. Man kann über CV 17 und 18 durchaus Adressen kleiner als 127 einprogrammieren, jedoch werden die Decoder dann nicht auf Befehle reagieren.

Höchstgeschwindigkeit

Wie der Name schon sagt, kann man hier eine zu schnell fahrende Lok „einbremsen“. Verwendet wird dazu die CV 5. Ein größerer Wert bedeutet eine höhere Geschwindigkeit, fährt eure Lok also zu schnell, müsste ihr in diese CV eine kleinere Zahl eintragen.

Anfahr- und Bremsverzögerung

Hierfür sind die CVs 3 (anfahren) und 4 (bremsen) verantwortlich. Je größer der Wert in einer dieser CVs ist, desto länger braucht die Lok, um die eingestellte Geschwindigkeit zu erreichen bzw. anzuhalten. Mit dieser Funktion lässt sich die Massenträgheit eines Zuges simulieren.

Anfahrspannung

Mit der CV 2 kann die Spannung eingestellt werden, die der Decoder bei Fahrstufe 1 auf den Motor gibt. Sollte eure Lok also erst bei einer höheren Fahrstufe losfahren, muss der Wert in dieser CV erhöht werden.

Grundkonfiguration des Decoders

Dies ist die CV 29. Im Gegensatz zu den meisten anderen CVs beinhaltet diese gleich mehrere Funktionen.

Bit 0 Fahrtrichtung aus (0) = normal
ein (1) = vertauscht
Bit 1 Fahrstufen aus (0) = 14 Fahrstufen
ein (2) = 28 / 128 Fahrstufen
Bit 2 Analogmodus aus (0)
ein (4)
Bit 3 Railcom aus (0)
ein (8)
Bit 4 Geschwindigkeitskennlinie aus (0) = 3-Punkt-Kennlinie aus CV 2, 5, 6
ein (16) = Freie Kennlinie aus CV 67 - 94
Bit 5 Adressauswahl aus (0) = kurze Adresse laut CV 1
ein (32) = lange Adresse laut CV 17 + 18

Mit unserem CV-Rechner könnt ihr die gewünschten Schalter einfach anklicken und erhaltet den in die CV einzutragenden Wert.

Fahrtrichtung

Mit diesem Bit kehrt man die Fahrtrichtung der Lok um, dies kann z.B. für die Bildung von Doppeltraktionen interessant sein. Hier gibt es allerdings einen kleinen Haken: Einige Decoderhersteller kehren mit diesem Bit ausschließlich die Drehrichtung des Motors um, bei anderen wird zusätzlich auch noch das Licht getauscht.

Fahrstufen

Wie bei den kurzen / langen Adressen ist auch diese Funktion historisch gewachsen. In der Anfangszeit hatte DCC lediglich 14 Fahrstufen, das heißt, man konnte die Geschwindigkeit der Lok zwischen Fahrstufe 0 (Stand) und Fahrstufe 13 (Höchstgeschwindigkeit) in 12 Schritten regeln. Später wurden mehr Zwischenschritte eingefügt, so dass sich die Loks deutlich feinfühliger regeln lassen. Wichtig: Die Einstellung der Fahrstufen muss beim Decoder und der Zentrale übereinstimmen. Es kommt sonst zu Fehlern, blinkenden Lichtern und anderem seltsamen Verhalten. Die Einstellung für 28 oder 128 Fahrstufen ist dabei am Decoder die gleiche.

Analogmodus

Damit erkennt der Decoder eine angelegte Gleichspannung und kann mit einem normalen Trafo gesteuert werden. Da der Decoder selbst auch etwas Strom verbraucht, fährt eine Lok in diesem Modus erst bei etwas höherer Spannung an. Wichtig: In manchen Fällen können bestimmte Decoder ein fehlerhaftes oder fremdes Digitalsignal als Gleichstrom erkennen und rasen dann mit Höchstgeschwindigkeit los. In diesem Fall sollte man die Analogerkennung deaktivieren.

Geschwindigkeitskennlinie

Mit Hilfe einer Kennlinie kann man beispielsweise einen Zug simulieren, der sehr langsam anfährt und dann immer schneller beschleunigt. Im einfachsten Fall stellt man mit CV 2 die Anfahrgeschwindigkeit ein, mit CV 5 die Höchstgeschwindigkeit und mit CV 6 die Geschwindigkeit im mittleren Fahrstufenbereich. Alternativ kann man die Kennlinie auch sehr detailliert über die CVs 67 - 94 einstellen. Die Benutzung eines PC-Programms ist bei dieser Funktion besonders zu empfehlen, da die Geschwindigkeitskurve dort auch bildlich dargestellt werden kann. Die meisten normalen Zentralen bieten diese Funktion leider nicht.

Adressauswahl

Informationen darüber findet ihr etwas weiter oben auf dieser Seite :)