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Verschiedene Digitalsysteme

So mancher Einsteiger hat sicher schon obskure Namen wie DCC oder Selectrix gehört. Hierbei handelt es sich um verschiedene Digitalsysteme - quasi verschiedene Sprachen, in denen die Zentrale mit den Decodern „redet“. Für Spur N sind nur noch drei dieser Systeme von Bedeutung: DCC, Selectrix (SX / SX1) und Selectrix 2 (SX2). Sie unterscheiden sich in einigen wesentlichen Punkten und natürlich auch in der Verbreitung. War SX früher das meistgenutzte Digitalsystem, so hat diesen Platz inzwischen DCC eingenommen. SX2 spielt bisher eine sehr untergeordnete Rolle, was aber eher an der Vermarktung als an den technischen Fähigkeiten liegt.

Die Wahl des Digitalsystems ist für den Einsteiger meist nicht so einfach, zumal die „alten Hasen“ oft von ihrem System absolut überzeugt sind und sich manchmal regelrechte verbale Gefechte liefern. Lasst euch nicht einschüchtern, ihr könnt kaum eine falsche Entscheidung treffen. Aktuelle SX-Decoder können allesamt auch DCC, dazu bieten einige Zentralen die Möglichkeit, Loks mit SX-, SX2- und DCC-Decodern gleichzeitig zu betreiben. Wer sich also nicht gleich festlegen möchte, der kann eine solche Multiprotokoll-Zentrale verwenden, durch die breite Unterstützung ist aber eine reine DCC-Zentrale ebenfalls eine gute, je nach Einsatzzweck auch die bessere Wahl.

Ein wichtiger Punkt ist, dass sich die verschiedenen Systeme in der Art und Weise unterscheiden, wie sie mit den Decodern sprechen. SX-Anhänger erzählen oft, ihr System sei "schneller" als DCC, darum sei es nur mit SX möglich, punktgenau an einem Halteabschnitt stehenzubleiben. Das ist natürlich Unsinn, aber es beruht auf dem Unverständnis, wie beide Systeme funktionieren. Bei Selectrix werden nacheinander an sämtliche Adressen alle Befehle geschickt, auch wenn die entsprechende Lok gar nicht verwendet wird. Technisch ist das auch nur umsetzbar, weil SX nur 103 Adressen und 2 Funktionen kennt. Bei DCC mit über 10.000 Adressen wäre die Datenmenge dafür viel zu groß, darum geht man dort einen anderen Weg. Zum einen werden Fahrbefehle und Funktionen nicht immer in einem Block gesendet, sondern können einzeln geschickt werden. Zudem werden nur Befehle an aktive Adressen gesendet (also Loks, denen man in letzter Zeit Befehle erteilt hat). Wird eine Lok länger nicht benutzt, werden ihre Befehle erst seltener wiederholt und fallen dann komplett aus dem Sendezyklus heraus. So reduziert sich die Datenmenge, die über das Gleis geschickt werden muss. Zudem werden wichtige Befehle stets vor unwichtigeren bevorzugt. Ein Brems-Befehl wird stets vorn in der Warteschlange eingereiht, während z.B. ein Lokpfiff auch mal nach hinten geschoben werden kann. So bleibt das DCC-System auch bei viel Betrieb funktionssicher.