Decoder von Tran, Zimo, D&HDecoder von Tran, Zimo, D&HDecoder von Tran, Zimo, D&HDecoder von Tran, Zimo, D&HDecoder von Tran, Zimo, D&HDecoder von Tran, Zimo, D&H

Hinweise zum Löten oder: Wie löte ich richtig?

Viele Hobbykollegen haben vor dem Löten Respekt. Mir ging es anfangs ähnlich, aber wenn man ein paar Dinge beachtet, geht es sehr einfach.

Wichtigstes Arbeitsmittel beim Löten ist natürlich die Lötstation. Billige Geräte bekommt man schon für um die 20 €, allerdings sollte man hier nicht am falschen Ende sparen. Die billigen Geräte brauchen sehr lange zum Aufheizen (in der Regel mehrere Minuten) und haben nicht viel Leistung, wodurch die Lötspitze beim Löten schnell auskühlt und die Station nicht mit dem Nachheizen hinterherkommt. Als Lötspitze kommt bei diesen Stationen ein vernickelter Kupferstift zum Einsatz. Ist die dünne Nickelschicht erstmal weg, nutzt sich die Spitze schnell ab, sie löst sich dann regelrecht auf. Ich habe früher beinahe monatlich neue Spitzen einsetzen müssen.

Meine Empfehlung lautet daher: Nehmt lieber ein paar Euro mehr in die Hand. Für Hobbylöter hat sich die Ersa i-Con pico (ca. 140 €) gut bewährt, ähnliche Geräte gibt es aber auch z.B. von Weller und anderen Marken. Diese Lötstationen sind innerhalb von ca. 10 s auf Betriebstemperatur und bieten für unsere Ansprüche ausreichend Leistung. Ein weiterer Vorteil ist die riesige Auswahl verschiedener Spitzen. Diese sind mit etwa 7 € nicht viel teurer als die Spitzen der Billigstationen, halten aber dank einer Eisenbeschichtung jahrelang, selbst bei einem Viel-Löter wie mir. Die Lötstifte liegen gut in der Hand und durch ein dünnes, flexibles Kabel wird man kaum in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Keine Angst vor bleifreiem Lot!

In vielen Foren wird über bleifreies Lot geschimpft, es würde sich schlecht verarbeiten lassen und die Lötstellen würden nicht richtig halten etc. pp. Das ist Quatsch. Bleifreies Lot funktioniert hervorragend und lässt sich auch nicht schlechter verarbeiten als das bleihaltige Pendant. Man sollte aber das richtige Lötzinn wählen. Billiges Bleifrei-Lot enthält lediglich Kupfer und Zinn. Seine Schmelztemperatur ist relativ hoch und es fließt nicht besonders gut. Es gibt aber auch Lote mit einem kleinen Silber-Anteil, erkennbar ist das am "Ag" in der Bezeichnung. Diese lautet dann z.B. Sn95Ag4Cu1. Sn ist Zinn, Ag ist Silber, Cu steht für Kupfer, die Zahlen stellen den prozentualen Anteil dar.

Silberhaltiges Lot ist etwas teurer (ca. 30 € für 250 g), eine solche Spule hält aber viele Jahre vor. Die Kosten sind also vernachlässigbar.

Was noch?

Weiteres sinnvolles Zubehör sind säurefreies Flussmittel (meine Wahl: Löthonig), ein Glasfaserstift und eine Pinzette. Mit dem Glasfaserstift können stark verschmutzte oder angelaufene Lötstellen gereinigt werden. Das Flussmittel hilft, das Lot besser fließen zu lassen. Insbesondere dort, wo man möglichst wenig Hitze einbringen will, also z.B. an Decodern, sollte man es zum Verzinnen einsetzen. Die Pinzette dient zum Greifen der Litzen oder Bauteile.

Wie löte ich nun?

Der erste Schritt ist immer das Präparieren der Lötstellen. Diese sollten möglichst metallisch blank sein, Schmutz oder korrodierte Oberflächen erschweren das Löten sehr. Mit dem Glasfaserstift können die Lötstellen gereinigt werden. Soll Flussmittel eingesetzt werden, dann sollte dieses sparsam verwendet werden. Zum Auftragen eignet sich z.B. ein Zahnstocher. Sollte eurer Flussmittel eingetrocknet sein, kann es mit etwas Alkohol (z.B. Brennspiritus) wieder verflüssigt werden. Also nicht wegwerfen!

Der nächste Schritt ist das Verzinnen. Sowohl Lötpad als auch Litze sollten verzinnt werden, damit das eigentliche Löten schnell von der Hand geht. Bei den sehr kleinen Pads von Decodern trage ich zuerst etwas Flussmittel auf, dann nehme ich ein Tröpfchen Lötzinn auf die Spitze des Lötkolbens und verzinne damit die Pads. Bei größeren Lötflächen erwärme ich zuerst das Lötpad und führe dann das Lötzinn als Draht zu. Bei sauberen und ggf. mit Flussmittel benetzten Lötflächen genügt es in der Regel, die Lötstellen nur kurz anzutippen.

Das Anlöten ist jetzt ein Kinderspiel. Mit der Pinzette wird die Litze ans Lötpad gebracht, der Lötkolben tippt kurz darauf und schon ist alles sicher verbunden. Fasst mit der Pinzette nicht zu weit vorn an, da die Litze die Wärme der Lötstelle ableitet, wird die Isolierung etwas weich und kann von der Pinzette gequetscht werden. Also lieber 1 - 2 cm Platz lassen.

Nützliche Hinweise zum Löten

Speziell für das Löten kleiner Teile wird in Foren oft empfohlen, die dünnstmögliche Spitze zu verwenden. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das eher kontraproduktiv ist. Je kleiner die Lötspitze ist, desto weniger Fläche steht auch für das Übertragen der Hitze zur Verfügung. Ich löte daher fast immer mit einer Lötspitze mit 1,4 mm Breite. Lediglich für Lötungen, wo ich mit dieser Spitze nicht hinkomme, verwende ich eine dünnere. Die Spitzen sollten außerdem meißelförmig sein, auch hier spielt wieder die Wärmeübertragung eine Rolle. Bei einer runden, bleistiftförmigen Spitze ist die Kontaktfläche zum Lötpad viel kleiner.

Beim Löten sollte man außerdem immer einen kleinen Tropfen Lötzinn auf die Spitze nehmen. Das Zinn sorgt dafür, dass die Wärme optimal in die Lötstelle gebracht werden kann. bei einer "trockenen" Spitze hat man dagegen hauptsächlich Luft zwischen Lötspitze und Lötpad, Luft ist aber ein schlechter Wärmeleiter. Es dauert damit viel länger, eine Lötstelle aufzuschmelzen.

Was tun, wenn man eine Lötstelle versaut hat?

Manchmal passiert es, dass man zu viel des Guten tut und mehrere Lötpads mit Lötzinn verkleistert, so dass sie gebrückt sind. In diesem Fall kann man das überschüssige Zinn mit Entlötlitze wieder absaugen. Entlötlitze besteht aus dünnen verflochtenen Kupferdrähten, die mit Flussmittel getränkt sind. Legt man sie auf die Lötstelle und erhitzt sie mit dem Lötkolben, wird das geschmolzene Zinn durch die Kapillarwirkung aufgesaugt. Auch hier sollte der Lötkolben einen (ruhig etwas dickeren) Tropfen Lötzinn bekommen. Entlötpumpen sind für diese Aufgabe nicht geeignet. Diese sind eher für Platinen mit durchgesteckten Bauteilen gedacht. Man setzt die Pumpe dann auf der Unterseite an und erwärmt die Lötstelle von der anderen Seite. Sobald das Zinn flüssig ist, kann es abgesaugt werden.